Tampondruck auf Kunststoff- und Metallteilen: wann er sinnvoll ist und was das Ergebnis bestimmt

Mit Tampondruck lassen sich auch geformte Produkte präzise und wiederholbar kennzeichnen. Entscheidend sind Material, Geometrie, Beständigkeit und die Vorbereitung der Serie.

Silikontampon über einem Kunststoffbauteil in einer Druckvorrichtung

Tampondruck löst kleine, aber anspruchsvolle Druckaufgaben

Auf einem Kunststoffgehäuse werden Bediensymbole benötigt, auf einem Metallteil ein Logo, eine Skala oder eine Kennzeichnung. Die Druckfläche ist dabei möglicherweise nicht vollkommen eben, liegt nahe an einer Kante oder ist leicht gewölbt. In solchen Fällen ist der Tampondruck häufig eine sehr wirkungsvolle Lösung.

Er ist jedoch kein universelles Verfahren für jedes Produkt. Das Ergebnis hängt vom Zusammenspiel aus Bauteilgeometrie, Material und Oberflächenbehandlung, Motivgröße, Farbanzahl, geforderter Beständigkeit und Stückzahl ab. Je genauer diese Angaben vorab bekannt sind, desto zuverlässiger lassen sich Farbe, Tampon, Aufnahmevorrichtung und Prüfung des fertigen Drucks festlegen.

Vier Schritte des Tampondrucks von der Farbe im Klischee über den Silikontampon bis zum fertig bedruckten Bauteil
Übertragung des Motivs vom Klischee über den Silikontampon auf ein geformtes Produkt.

Wie das Motiv auf ein dreidimensionales Bauteil gelangt

Der Tampondruck ist ein indirektes Tiefdruckverfahren. Das Motiv wird nicht unmittelbar von der Druckform auf das Produkt übertragen, sondern mithilfe eines elastischen Silikontampons.

  1. Das Motiv wird in einer Druckplatte, dem sogenannten Klischee, angelegt. Die druckenden Bereiche bilden ein fein vertieftes Bild.
  2. Die Farbe füllt das vertiefte Motiv; überschüssige Farbe wird von der Plattenoberfläche abgerakelt.
  3. Während des Zyklus verdunstet ein Teil des Lösemittels aus der sehr dünnen Farbschicht. Dadurch erhält die Farbe die Eigenschaften, die der Silikontampon zum Aufnehmen vom Klischee benötigt.
  4. Der Tampon wird auf das Produkt gedrückt, passt sich dessen Form an und überträgt das Motiv.

Der Silikontampon ermöglicht das Bedrucken von Flächen, die für ein direktes Druckverfahren schwer zugänglich wären. Seine Elastizität bedeutet jedoch nicht, dass sich beliebig tiefe Vertiefungen oder der gesamte Umfang eines zylindrischen Produkts ohne Einschränkungen bedrucken lassen. Form, Größe und Härte des Tampons werden für das konkrete Bauteil gewählt; eine ungeeignete Kombination kann das Motiv verformen, zu einer unvollständigen Übertragung oder zu einer ungleichmäßigen Farbschicht führen.

Kunststoff- und Metallteile für eine präzise Bedruckung im Tampondruckverfahren
Beispiele technischer Bauteile, die sich für eine Prüfung auf Tampondruck eignen.

Wann Tampondruck die richtige Wahl ist

Das Verfahren eignet sich typischerweise für:

  • Logos, Symbole, Skalen, Beschriftungen und weitere präzise Motive auf technischen Bauteilen;
  • Kunststoffgehäuse, Bedienelemente, Tasten, Werkzeuge und Komponenten von Geräten;
  • kleinere Druckflächen auf ebenen, gewölbten, konvexen oder leicht strukturierten Oberflächen;
  • eine oder mehrere Sonderfarben, bei denen Deckkraft und ein einheitlicher Farbton wichtig sind;
  • wiederkehrende Serien identischer Teile, bei denen Position und Erscheinungsbild des Motivs stabil bleiben sollen.

Für jedes Motiv und in der Regel auch für jede Farbe wird ein eigenes Klischee gefertigt. Beim Mehrfarbendruck kommt es deshalb auf eine genaue Passung der Farben und ein wiederholgenaues Einlegen des Bauteils an. Während des Drucks liegt das Produkt in einer Vorrichtung, die seine Bewegung begrenzt und die Motivposition über die gesamte Serie stabil hält.

Für große geschlossene Flächen, fotografische Motive mit häufig wechselnden Daten, die Personalisierung jedes einzelnen Stücks oder eine Rundumbedruckung von Behältern ist der Tampondruck dagegen nicht immer die beste Wahl. Siebdruck, Digitaldruck, Rotationsdruck oder Laserkennzeichnung können hier geeigneter sein. Dank unseres breiteren Angebots an industriellen Druckverfahren lässt sich die Technologie nach Produkt und Anwendung auswählen – nicht nach einem einzigen verfügbaren Verfahren.

Bei Kunststoff reicht die Angabe „Kunststoff“ nicht aus

Zwei optisch ähnliche Kunststoffteile können sich beim Bedrucken völlig unterschiedlich verhalten. Entscheidend sind das genaue Polymer, Additive, Struktur, Lackierung, Rückstände von Formtrennmitteln und weitere Oberflächenbehandlungen.

Materialien mit niedriger Oberflächenenergie, typischerweise bestimmte Polyethylen- und Polypropylen-Sorten, benötigen häufig eine Vorbehandlung. Je nach Bauteil kommen beispielsweise Flamm-, Corona- oder Plasmabehandlung beziehungsweise ein geeigneter Haftvermittler infrage. Ziel ist eine bessere Benetzung der Oberfläche und eine höhere Farbhaftung. Nur anhand eines Fotos lässt sich das Verfahren nicht sicher festlegen; wir benötigen die genaue Materialbezeichnung oder ein reales Muster.

Auch bei Metall ist entscheidend, ob auf eine blanke, eloxierte, lackierte oder pulverbeschichtete Oberfläche gedruckt wird. Eine Farbe, die auf einem Beschichtungssystem gut haftet, muss auf einem anderen nicht dieselbe Haftung erreichen. Für einen Industrieauftrag ist der konkrete Oberflächenaufbau daher wichtiger als die allgemeine Bezeichnung „Metall“.

Beständigkeit ist keine Eigenschaft der Technologie allein

Die Frage „Wie lange hält der Druck?“ lässt sich ohne Kenntnis der Anwendung nicht pauschal beantworten. Das Ergebnis wird vom Bauteilmaterial, der Vorbehandlung, dem gewählten Farbsystem, der Aushärtung und der tatsächlichen Beanspruchung beeinflusst.

Vorab sollte beispielsweise bekannt sein:

  • ob das Teil häufig berührt oder mechanisch abgerieben wird;
  • ob es mit Alkohol, Desinfektionsmittel, Öl oder einer anderen Chemikalie gereinigt wird;
  • ob es höheren Temperaturen, Feuchtigkeit oder Außenbedingungen ausgesetzt ist;
  • ob der Druck nur dekorativ ist oder als funktionale, für die Bedienung wichtige Kennzeichnung dient;
  • ob der Kunde eine eigene Prüfvorschrift oder eine Musterfreigabe verlangt.

Je nach Anwendung werden eine Ein- oder Zweikomponentenfarbe und das passende Aushärteverfahren gewählt. Bei einer neuen Material-Farb-Kombination empfehlen wir einen Probedruck. Haftung, Abrieb- oder Chemikalienbeständigkeit sollten anschließend mit einer Methode geprüft werden, die den realen Einsatzbedingungen entspricht. Eine rein visuelle Beurteilung des frischen Drucks genügt für eine technische Serie nicht.

Die Bauteilgeometrie ist ebenso wichtig wie die Grafik

Für eine saubere Übertragung muss der Tampon die Druckfläche erreichen können und darf beim Verformen nicht an umliegende Rippen, Kanten oder Vorsprünge stoßen. Eine starke Wölbung kann das Motiv auseinanderziehen. Eine grobe Struktur kann feine Linien unterbrechen; ein instabiles oder dünnwandiges Teil kann sich unter Druck verformen.

Bei der Beurteilung achten wir deshalb auf:

  • Größe und Lage der Druckfläche;
  • Wölbungen, Vertiefungen, Kanten und Hindernisse in der Umgebung;
  • Steifigkeit des Bauteils und eine Stelle zum sicheren Spannen;
  • Maßabweichungen zwischen einzelnen Teilen;
  • die geforderte Positionstoleranz des Motivs gegenüber konstruktiven Merkmalen.

Bei Spritzgussteilen helfen eine Zeichnung oder ein 3D-Modell; für die endgültige Prüfung ist ein reales Produkt jedoch meist am wertvollsten. Ein Versuch zeigt nicht nur die Motivübertragung, sondern auch das Einlegen in die Vorrichtung und die erreichbare Wiederholgenauigkeit.

Welche Angaben eine schnelle Auftragsprüfung ermöglichen

Die erste technische Beurteilung lässt sich deutlich beschleunigen, wenn Sie Ihrer Anfrage Folgendes beifügen:

  • ein Foto des Produkts und eine Detailaufnahme der Druckfläche;
  • eine Zeichnung mit Abmessungen und genauer Lage des Motivs;
  • die genaue Bezeichnung von Material und Oberflächenbehandlung;
  • die Grafik, idealerweise als Vektordatei;
  • die gewünschten Farben und die Anzahl der Motivfarben;
  • die Stückzahl der ersten Serie und die erwarteten Wiederholaufträge;
  • eine Beschreibung von Nutzung, Reinigung und geforderter Beständigkeit;
  • den Termin und mögliche Anforderungen an Muster oder Freigabe.

Falls einzelne Angaben noch fehlen, senden Sie zumindest ein Muster und eine Beschreibung der Produktfunktion. Tiskárna Jelínek arbeitet seit 1991 mit Tampondruck und betreibt daneben weitere Druck- und Kennzeichnungstechnologien. Wir können daher nicht nur beurteilen, ob sich das Produkt bedrucken lässt, sondern auch, ob Tampondruck für das gewünschte Ergebnis tatsächlich die geeignetste und wirtschaftlich sinnvolle Wahl ist.

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